Der Säure-Basenhaushalt als Basis für die Gesundheit

Gestörter Säure-Basenhaushalt ein Mitauslöser der Divertikulitis

Ganzheitlich orientierte Therapeuten sehen als einen wesentlichen (Mit-)
Auslöser der Divertikulitis einen gestörten Säure-Basenhaushalt. Geht es nach
ihnen, so kann allein ein ausgeglichener Säure-Basenhaushalt zu einem
positiven Krankheitsverlauf verhelfen.

Die lebenswichtige Bedeutung von einem ausgewogenen Säure-Basenverhältnis
wird spätestens dann deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt,
dass im Körper fast sämtliche Stoffwechselprozesse in einem neutralen bis
basischen Bereich stattfinden.

Die Stoffwechselprozesse werden nämlich von Enzymen gesteuert, die extrem
von einem basischen Milieu abhängig sind. Können jedoch die Enzyme
aufgrund eines sauren Milieus ihre Funktionen nicht voll entfalten, so kann die
Nahrung nicht verwertet werden, was zu einer fehlenden Bereitstellung von
Energie führt. Aber auch Verdauungsstörungen wie Durchfall, Bauchschmerzen
und Blähungen können aufgrund der fehlenden Enzyme entstehen.

Ursprünglich enthalten säurefördernde Nahrungsmittel nicht unbedingt
Säuren, aber während des Verdauungsprozesses entstehen saure Substanzen.
Das bedeutet, dass von Natur aus basische Produkte sauer verstoffwechselt
werden können. Saure und basische Nahrungsmittel erkennt man nicht am
Geschmack, also ob sie sauer schmecken oder nicht. Entscheidend ist
vielmehr, ob sie im Körper säurebildend oder basenbildend sind.

Zu den sauren Lebensmitteln zählen alle tierischen Lebensmittel einschließlich
Fisch, Geflügel und Wild, sowie Kaffee, Milcherzeugnisse einschließlich Käse,
schwarzer Tee, Alkohol, Zucker, Kuchen, die meisten Getreidesorten und
kohlensäureversetzte Getränke. Basenbildende Produkte hingegen bestehen
hauptsächlich aus Obst und Gemüse, wobei Kartoffeln, Brokkoli, Zucchini,
Blumenkohl, Karotten, Quinoa, Hirse und frische Kräuter die Grundlage bilden.

Interessanterweise sind genau diese Lebensmittel auch diejenigen, die zur
Vorbeugung von Divertikulitis empfohlen werden. Wenn Sie die Kapitel
Vorbeugung erneuter Schübe’ und ‚Ballaststoffreiche Ernährung’ gelesen
haben, kennen Sie diese Verbindung bereits. Die empfohlene ballaststoffreiche
Ernährungsweise gewinnt allerdings durch ihre wichtige basische Eigenschaft
nochmals an entscheidender Bedeutung.

So sorgen Sie für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt

Um für einen ausgeglichenen Säure-Basenhaushalt zu sorgen, kann man die
naturbelassene Ernährung durch bestimmte mineralstoffhaltige Nahrungsergänzungsmittel
hervorragend unterstützen.

Dass der Ausgleich des Säure-Basenhaushaltes die wichtigste Säule und
Grundregulation für unsere Gesundheit darstellt, haben vor vielen Jahrzehnten
bereits verschiedene führende Ernährungswissenschaftler festgestellt wie z. B.
Dr. Maximilian Bircher-Brenner, F.X. Mayr und Friedrich Sander. Sie weisen in
ihren Ernährungskonzepten immer ganz entschieden auf die Wichtigkeit des
Säure-Basenhaushaltes als Fundament unserer Gesundheit hin.

Da der Körper für seinen Stoffwechsel auch Säuren benötigt, wäre es nicht zu
empfehlen, seine Nahrung ausschließlich auf basenbildende Produkte aufzubauen. Das optimale Verhältnis für ein ausgewogenes Gleichgewicht liegt
bei 80 Prozent Basenprodukten und 20 Prozent Säureprodukten. Mit dieser
gesunden Ernährung schenkt man seinem Körper die sinnvollste Grundlage,
um gesundheitlich vorzubeugen.

Eine Übersäuerung (Azidose) äußert sich nicht immer erst in chronischen
Erkrankungen, sondern macht durchaus auch schon vorher auf sich
aufmerksam, wie zum Beispiel durch immer wiederkehrende Infekte wie
Lippenherpes, Ekzeme, Entzündungen, Gelenkbeschwerden, Müdigkeit,
häufige Neuralgien, Sodbrennen, brüchige Haare und Nägel.
Bezeichnend ist
es dann, wenn all diese Beschwerden mit alternativen und konventionellen
Methoden nicht zu einer durchgreifenden und anhaltenden Verbesserung
therapiert werden konnten.

Hierbei handelt es sich um Übersäuerungen in den betroffenen Gewebebezirken.
So kann zum Beispiel ein schmerzendes Handgelenk auf eine örtliche
Übersäuerung hinweisen.
Immer häufiger ist zu beobachten, dass Therapien nicht zu dem erhofften
Segen führen, den man sich von seinem schulmedizinisch oder naturheilkundlich
ausgerichteten Arzt oder Heilpraktiker versprochen hat. Das schulmedizinische Studium kennt diese Form der Übersäuerung leider
nicht. Hier ist nur die Blutazidose bekannt, die aber nichts mit der latenten
Azidose gemeinsam hat. Da die Naturheilkunde Krankheiten nach ihrem
Ursachenprinzip betrachtet und nicht den Anspruch erweckt, nur die
Symptome zu beseitigen, gehen immer mehr naturheilkundlich orientiere
Therapeuten dazu über, die Entsäuerung als Basis jeder erfolgreichen
Therapie in Behandlungen einzubeziehen.

Gerade bei Personen, die schon mehrere Therapien erfolglos ausprobiert
haben, die in einer therapeutischen Sackgasse angekommen sind oder sogar
noch weitere Symptome hinzubekommen haben, sollten unbedingt auf eine
latente oder gar chronische Übersäuerung hin untersucht werden.
Die Bedeutung dieses Aspektes kann gar nicht groß genug herausgestellt
werden. Der Säure-Basenhaushalt bestimmt nämlich maßgeblich die körperchemischen
Grundregulationen und Stoffwechselvorgänge. Und erst wenn ein
bestimmter pH-Wert vorhanden ist, können alle biologischen Abläufe
reibungslos funktionieren.

Spätestens wenn Sie als therapieresistent eingeordnet werden, kann eine
Ernährungsumstellung in Verbindung mit einer Entsäuerung segensreiche
Wunder bewirken. Erfahrungen zeigen immer wieder, dass man auf dieser
Basis erfolgreich weitere Therapien aufbauen kann, und homöopathische
Anwendungen, Akupunktur, phytotherapeutische Maßnahmen und diverse Behandlungen mehr vom Körper nach einer Entsäuerung wesentlich besser
angenommen werden als im Zustand der Übersäuerung.

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