Die Verdauung

Verdauung ist ein sehr komplexer individueller Vorgang des Körpers und
fordert dem Organismus teils Höchstleistungen ab. Denn immerhin muss der
Verdauungstrakt täglich ca. 3 Kilogramm Nahrungsmittel und Getränke
bewältigen, damit der Körper mit diversen Nährstoffen und ausreichend
Energie versorgt wird.

Verdauung ist letztendlich nichts anderes als die Umwandlung der Nahrung in

Bestandteile, die der Körper verwerten kann. Die Energie, die der Körper zum
Atmen, Denken, Bewegen, Essen, Schlafen, Stoffwechselprozesse und vielem
mehr benötigt, gewinnt der Körper aus der Nahrung.

Die Aufgabe der Verdauung ist es, die Nahrung, die wir bestehend aus

Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen, Mineralien und Eiweißen zu uns nehmen,
aufzuspalten in mikroskopisch kleine Partikel, die von den Körperzellen
aufgenommen werden können. Die Zellen benötigen diese Nahrungsbestandteile
zur Energiegewinnung, Instandhaltung und für Reparaturvorgänge.
Dabei wird die Nahrung zunächst im Mund zerkleinert. Durch den Speichel
findet bereits im Kleinen eine Art Verdauung statt. Dies können Sie selbst sehr
gut testen, wenn Sie beispielsweise ein Stück Brot sehr lange Zeit im Mund
zerkauen. Sie werden feststellen, dass das Brot plötzlich süß schmeckt.
Über die Speiseröhre wird der Nahrungsbrei dann in den Magen befördert, wo
er durch die Magensäure weiter verdaut wird. Im Zwölffingerdarm wird die
Nahrung durch Enzyme dann soweit zerlegt, dass die einzelnen Bestandteile
klein genug sind, um durch die Darmschleimhaut in die Blutbahn abgegeben
zu werden. Die Nährstoffe werden dann vom Blut im gesamten Körper verteilt
und genutzt.

Die Nahrungsbestandteile, die im Darm verbleiben, können vom Körper nun

nicht weiter genutzt werden. Im Dickdarm werden diese auf das Ausscheiden
vorbereitet: Sie werden eingedickt (daher auch der Name Dickdarm). Dabei
wird dem Nahrungsbrei so viel Wasser entzogen, dass sich seine Masse um
rund 75% reduziert. Ist diese Funktion einmal gestört, d.h. wird dem
Nahrungsbrei im Dickdarm nicht genügend Wasser entzogen, so erleben Sie
das als Durchfall. Dabei kann der Wasserverlust für den Körper so dramatisch
werden, dass es in seltenen Fällen zu einer lebensgefährlichen Dehydratation
(Austrocknung, Wassermangel des Körpers) kommen kann.
Obwohl dem Nahrungsbrei hauptsächlich im Dickdarm Flüssigkeit entzogen
wird, findet dies zu einem geringen Prozentsatz auch noch im Mastdarm statt.
Vergleicht man jedoch die Größe dieser beiden Darmabschnitte miteinander, wird deutlich, dass der Dickdarm in dieser Hinsicht den größten Teil der Arbeit
leistet: Mit seinen 20 Zentimetern Länge nimmt er sich im Vergleich zum rund
1,5 Metern langen Dickdarm recht bescheiden aus. Die Hauptaufgabe des
Mastdarms ist es daher, die eigentliche Entleerung des Stuhls in Gang zu
bringen.
Ziel einer optimalen Verdauung sollte sein, dass eine regelmäßige
Stuhlentleerung stattfindet, und der Nahrungsbrei nicht zu lange im Darm
verweilt. Denn je länger dieser im Dickdarm vorhanden ist, desto mehr Wasser
wird dem Speisebrei entzogen. Dadurch wird die Konsistenz des Kots
zunehmend fester, was die Ausscheidung erschwert und zu mehr Druck auf
den Darm führt. Und dies wiederum begünstigt die Entstehung von

Lesen Sie mehr dazu in unserem Ratgeber “Divertikulitis-die unterschätzte Krankheit” von Sabine Wiesel.